FAIR FASHION
Vielleicht hast Du noch nie von dem Begriff Fair Fashion gehört oder möchtest einfach genauer wissen, was Fair Fashion bedeutet und ob faire Mode auch nachhaltige Mode ist. In den letzten Jahren wird immer häufiger über nachhaltige Mode gesprochen – aber was genau bedeutet eigentlich faire Mode? Und worin liegt der Unterschied zwischen Fair Fashion, nachhaltiger Mode und Slow Fashion?
In diesem Blogartikel erkläre ich Dir was Fair Fashion ist, welche sozialen und ökologischen Kriterien dabei eine Rolle spielen können und worauf Du beim Kauf fairer Kleidung achten kannst. Außerdem zeige ich Dir, warum nachhaltige oder vegane Mode nicht automatisch faire Mode ist und welche Textilsiegel und Zertifizierungen Dir bei der Orientierung helfen können.
Auf meinem Blog findest Du außerdem viele weitere Informationen zu Fair Fashion, nachhaltiger Mode und Slow Fashion sowie zahlreiche Fair Fashion Marken, die ich Dir in meinen Beiträgen vorstelle.
Was ist Fair Fashion?
Fair Fashion einfach erklärt
Fair Fashion bezeichnet Mode, bei der insbesondere die sozialen und ethischen Bedingungen entlang der Lieferkette eine wichtige Rolle spielen. Je nach Definition und Label können zusätzlich ökologische Kriterien berücksichtigt werden.
Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet. Deshalb lohnt sich bei Fair Fashion ein genauer Blick darauf, welche konkreten Kriterien ein Unternehmen oder ein Produkt tatsächlich erfüllt.
Im Idealfall werden Kleidungsstücke sowohl fair als auch unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien hergestellt.
Dabei können unterschiedliche Schritte des Herstellungsprozesses betrachtet werden – von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung und das Design bis hin zur finalen Produktion.
Dazu können beispielsweise soziale Standards, Arbeitsbedingungen, verwendete Materialien, Produktionsverfahren, Lieferketten oder bestimmte Zertifizierungen gehören. Eine wichtige Orientierung können entsprechende Textilsiegel und Zertifizierungen bieten. Dabei solltest Du immer darauf achten, welche konkreten Kriterien das jeweilige Siegel abdeckt.
In meinem Fair Fashion Guide stelle ich Dir verschiedene Fair Fashion Modelabels vor und beschäftige mich mit ihren jeweiligen Materialien, Produktionsbedingungen, Zertifizierungen und weiteren Kriterien.
Fair Fashion und nachhaltige Mode können sich also überschneiden, sind aber nicht automatisch dasselbe.
Was ist faire Mode genau?
Bei fairer Mode stehen insbesondere die sozialen und ethischen Bedingungen im Mittelpunkt.
Dabei kann es beispielsweise um folgende Fragen gehen:
Unter welchen Bedingungen wird die Kleidung hergestellt?
Wo wird produziert?
Wie werden die Beschäftigten bezahlt?
Welche Arbeitszeiten gelten?
Gibt es sichere und gesunde Arbeitsplätze?
Wie wird mit Kinder- und Zwangsarbeit umgegangen?
Welche Informationen gibt es über die Lieferkette?
Welche sozialen Standards oder Zertifizierungen gelten?
Faire Textilunternehmen können sich beispielsweise gegen Kinder- und Zwangsarbeit einsetzen und sich für sichere Arbeitsbedingungen und angemessene bzw. existenzsichernde Löhne einsetzen.
Auch der Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und der Umgang mit Beschäftigten können wichtige Aspekte fairer Mode sein.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Lieferkette. Denn ein Kleidungsstück durchläuft häufig zahlreiche Produktionsschritte und Stationen, bevor es im Kleiderschrank landet.
Vor allem in der globalen Textilindustrie arbeiten viele Frauen. Themen wie sichere Arbeitsplätze, Mutterschutz und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie können deshalb ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Was bedeutet faire Mode und Fair Fashion?
Kurz gesagt: Bei Fair Fashion geht es darum, die sozialen und ethischen Bedingungen hinter unserer Kleidung stärker in den Blick zu nehmen.
Dabei solltest Du allerdings nicht nur auf den Begriff „fair“ achten, sondern möglichst auf konkrete Informationen und Nachweise.
Was bedeutet nachhaltige Mode konkret?
Bei nachhaltiger Mode stehen häufig die ökologischen Auswirkungen von Materialien, Herstellung, Nutzung und Entsorgung im Mittelpunkt.
Mögliche Kriterien sind beispielsweise:
zertifizierte Bio-Materialien
recycelte Materialien
langlebige und reparierbare Produkte
ressourcenschonende Produktionsverfahren
bestimmte Umweltstandards
Recycling- und Rücknahmesysteme
eine möglichst transparente Lieferkette
Welche ökologischen Eigenschaften ein Kleidungsstück tatsächlich hat, hängt vom jeweiligen Material, Produkt und Herstellungsprozess ab.
So können beispielsweise Bio-Baumwolle oder recycelte Materialien bei bestimmten Produkten eine Rolle spielen. Entscheidend ist dabei, welches Material tatsächlich verwendet wird, welchen Anteil es am Produkt hat und ob entsprechende Zertifizierungen oder Nachweise vorliegen.
Auch bei Verpackungen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht kennst Du es selbst: Eine Bestellung kommt beispielsweise in einem bereits verwendeten Karton oder einer wiederverwendeten Verpackung. Solche Lösungen können eine Möglichkeit sein, vorhandene Verpackungsmaterialien länger zu nutzen.
Wichtig: Auch der Begriff „nachhaltig“ sollte nicht pauschal verstanden werden. Ein Unternehmen kann beispielsweise bei einzelnen Materialien oder Produktionsschritten ökologische Maßnahmen umsetzen, ohne dass dadurch automatisch sämtliche Bereiche des Unternehmens nachhaltig sind.
Nachhaltig bedeutet nicht automatisch fair
Nicht jedes nachhaltige Modeunternehmen produziert automatisch fair.
Ein Kleidungsstück kann beispielsweise aus recycelten oder veganen Materialien bestehen und damit bestimmte ökologische Kriterien erfüllen. Das sagt allein jedoch noch nichts darüber aus, unter welchen Bedingungen das Kleidungsstück hergestellt wurde.
Umgekehrt kann ein Unternehmen bestimmte soziale Standards erfüllen, ohne dass alle verwendeten Materialien oder Produktionsverfahren ökologische Kriterien erfüllen.
Deshalb gilt:
Nachhaltig bedeutet nicht automatisch fair – und fair bedeutet nicht automatisch nachhaltig.
Beide Bereiche können sich überschneiden. Wenn Dir beides wichtig ist, lohnt es sich, soziale und ökologische Kriterien getrennt zu betrachten.
Welche Textilsiegel gibt es für Fair Fashion?
Eine Orientierung können Textilsiegel und Zertifizierungen bieten.
Dazu gehören beispielsweise:
GOTS
Fairtrade
Global Recycled Standard (GRS)
OEKO-TEX®
weitere soziale und ökologische Standards
Wichtig ist dabei: Nicht jedes Siegel prüft dieselben Kriterien.
Ein Zertifikat kann sich beispielsweise auf bestimmte Materialien, Produktionsschritte, soziale Anforderungen oder die gesamte Lieferkette beziehen.
Wenn Du wissen möchtest, welche Textilsiegel für faire und nachhaltige Kleidung relevant sind und worauf Du bei den einzelnen Siegeln achten kannst, findest Du hier meinen ausführlichen Textilsiegel-Guide.
Ist vegane Mode automatisch Fair Fashion?
Nein.
Vegane Mode bedeutet zunächst, dass bestimmte tierische Materialien oder Bestandteile nicht verwendet werden bzw. ein Produkt entsprechend als vegan angeboten wird.
Das sagt allein noch nichts über die Arbeitsbedingungen, Löhne, Produktionsstätten oder andere soziale Kriterien bei der Herstellung aus.
Ein Schuh oder Kleidungsstück kann beispielsweise aus veganen und recycelten Materialien bestehen und trotzdem unter Bedingungen hergestellt worden sein, über die nur wenige Informationen vorliegen.
Wenn Du faire und vegane Mode suchst, lohnt sich deshalb ein Blick auf beide Bereiche: die verwendeten Materialien und die sozialen Bedingungen der Herstellung.
Ist Fair Fashion Teil von Slow Fashion?
Fair Fashion und Slow Fashion überschneiden sich, sind aber nicht identisch.
Bei Fair Fashion stehen insbesondere faire soziale und ethische Produktionsbedingungen im Mittelpunkt.
Slow Fashion beschäftigt sich stärker mit einem bewussteren Umgang mit Mode, beispielsweise mit:
weniger und gezielteren Neukäufen
langlebiger Kleidung
zeitlosem Design
Reparatur
Second Hand
Kleidertausch
Miete und Weitergabe von Kleidung
Fair Fashion kann deshalb ein Bestandteil von Slow Fashion sein.
Mehr dazu findest Du in meinem Beitrag: Was ist Slow Fashion?
Woran erkenne ich Fair Fashion?
Wenn Du faire Kleidung kaufen möchtest, kannst Du auf verschiedene Dinge achten.
1. Informationen zur Produktion
Schaut die Marke transparent darauf, wo und von wem die Kleidung hergestellt wird?
2. Soziale Standards
Welche Angaben gibt es zu Arbeitsbedingungen, Löhnen, Arbeitsschutz und den Produktionspartnern?
3. Zertifizierungen
Gibt es anerkannte Textilsiegel oder Zertifizierungen? Und welche konkreten Kriterien decken diese ab?
4. Materialien
Welche Materialien werden eingesetzt und sind diese beispielsweise zertifiziert oder recycelt?
5. Lieferkette
Wie transparent informiert das Unternehmen über seine Lieferanten und Produktionsstätten?
6. Umgang mit Nachhaltigkeit
Welche konkreten ökologischen Maßnahmen nennt das Unternehmen – und beziehen sie sich auf ein bestimmtes Produkt, einen Produktionsschritt oder das gesamte Unternehmen?
Je konkreter die Informationen sind, desto besser kannst Du Dir selbst ein Bild machen.
Was sind Fair Fashion Marken?
Auch die Bezeichnung „Fair Fashion Marken“ solltest Du nicht als automatisch geschützte oder einheitlich definierte Kategorie verstehen.
Es gibt zahlreiche Labels, die sich selbst als Fair Fashion, nachhaltige oder ethische Modemarken bezeichnen. Welche Kriterien tatsächlich erfüllt werden, kann sich jedoch deutlich unterscheiden.
In meinem Fair Fashion Guide stelle ich Dir deshalb verschiedene Fair Fashion Marken vor und schaue mir – soweit Informationen und Nachweise verfügbar sind – konkrete Kriterien wie Materialien, Zertifizierungen, Produktionsorte und soziale Standards an.
Fazit: Was ist Fair Fashion?
Fair Fashion steht für einen bewussteren Blick auf die sozialen und ethischen Bedingungen, unter denen unsere Kleidung hergestellt wird.
Dabei können auch ökologische Kriterien eine wichtige Rolle spielen. Faire und nachhaltige Mode sind deshalb häufig miteinander verbunden, aber nicht automatisch dasselbe.
Wenn Du faire Kleidung kaufen möchtest, lohnt es sich, nicht nur auf Begriffe wie „fair“, „nachhaltig“ oder „eco“ zu achten, sondern genauer hinzuschauen:
Wo wird produziert? Welche Materialien werden verwendet? Welche sozialen Standards gelten? Gibt es Zertifizierungen? Wie transparent ist die Lieferkette?
Genau darum geht es bei Fair Fashion: nicht einfach ein Label auf einem Kleidungsstück zu lesen, sondern die Geschichte hinter unserer Kleidung bewusster wahrzunehmen.
FAIR FASHION – Mode bewusster entdecken.
In diesem Sinne:
Fair fits better!
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